FemFriday mit Vea Kaiser

Im heutigen FemFriday hab ich nen echten #girlcrush. Die österreichische Autorin Vea Kaiser hat meine Fragen beantwortet.
Ich lese gerade das zweite Buch von ihr- ihren Bestseller Makarionissi,oder die Insel der Seligen kann euch aber ihr erstes Buch Blasmusikpopp oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam ebenfalls wärmstens empfehlen.

Nächste Woche, am 7. März 2019 erscheint Veas nächstes Buch Rückwärtswalzer oder Die Manen der Familie Prischinger im Kiwi Verlag.

Vea Kaiser ist 1988 in St. Pölten (Österreich) geboren, sie veröffentlichte 2012 ihren ersten Roman Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam, der Platz 1 der ORF-Bestenliste erreichte und 2013 als bestes deutschsprachiges Debüt am internationalen Festival du Premier Roman in Frankreich ausgezeichnet wurde.
2014 wurde ihr erstes Theaterstück Die Argonauten am Rabenhoftheater Wien uraufgeführt, sie war Writer in Residence an der Bowling Green State University und wurde von den österreichischen Leserinnen und Lesern zur Autorin des Jahres gewählt.
2015 erschien ihr zweiter Roman Makarionissi oder die Insel der Seligen, der auf Anhieb in die Bestsellerlisten einstieg.
Wenn sie nicht gerade auf Lesereise durch Europa tourt, studiert Vea Kaiser Altgriechisch in Wien und schreibt samstäglich über ihre Fabelhafte Welt voller tauber Hunde, abenteuerlicher Rezepte, Antike, Fußball, Highheels, Segeln, Kochen, Wahrsagen, einer großen lauten wilden Familie und dem Zauber der Literatur in der Kurier-Freizeit.

Wie kamst Du zum Beruf Schriftstellerin?

Kurz nach der Publikation meines ersten Romans bekam ich einen Brief von der Statistik Austria. Die werteten meine Steuerdaten aus und teilten mir mit, dass ich von nun an unter der Rubrik „Schriftsteller“ erfasst würde, nicht mehr unter „Studentin“. So unromantisch war mein Übergang vom Schreiben als Berufung zum Schreiben als Beruf.

An welchen Moment in deiner Karriere erinnerst Du dich besonders gut?

Als ich in der Talkshow von Markus Lanz saß und mich fragte, ob das jetzt wirklich alles echt ist.

Hast Du in deiner Branche ein Vorbild und wenn ja, wer ist das?

Isabel Allende.

Was macht Fempowerment für Dich heute aus?

Das Leben mit demjenigen Lebensentwurf leben können, den man möchte, sich jeden Tag mit gutem Gewissen in den Spiegel schauen können, mit anderen Frauen verschwestert und verschworen anstatt verfeindet zu sein – und all das als Selbstverständlichkeit, ohne sich groß über Fempowerment Gedanken machen zu müssen.

In welchen Momenten Deines Jobs wärst Du lieber ein Mann?

Zu jeder Meisterschaft der Autorenfußballmannschaft, wenn die Autoren verschiedener Länder gegeneinander Fußball spielen, gemeinsame Lesungen abhalten und Unmengen an Bier trinken.

Wenn die Frauenquote etwas bewirkt, dann…

… dass Frauen nicht an ihren echten Fähigkeiten/Leistungen gemessen werden und die Welt im Allgemeinen noch etwas ungerechter wird.

Was können wir Frauen tun, damit sich die Wahrnehmung auf unser Geschlecht am Arbeitsmarkt ändert?

Einander unterstützen anstatt vermeintliche Konkurrentinnen zu  bekämpfen. Mehr Selbstbewusstsein anstatt Unsicherheit an den Tag legen. Auf die eigene Leistung vertrauen und sich weder verstecken noch klein machen. Den eigenen Wert kennen und im Zweifelsfall mehr verlangen. Stolz entwickeln, Leben in diese Welt setzen zu können, anstatt sich dafür zu entschuldigen, eventuell nicht alles unter einen Hut zu bringen. Überhaupt: Schluss mit Entschuldigungen und Ausreden. Vor anderen genau so wie vor sich selbst.

Was würdest Du jungen Kolleginnen auf ihrem Karriereweg mitgeben?

Dass Schreiben kein Beruf ist, sondern eine Berufung, und nur in seltenen glücklichen Fällen etwas, wovon man leben kann.
Und dass keine Notwendigkeit besteht, sich klein zu machen, die eigene Weiblichkeit zu leugnen, sich zu entschuldigen oder anzubiedern. Dass abseits dessen allerdings zwei Worte zu jedem Wortschatz gehören sollten, auch zu demjenigen genialer Literatinnen: Danke und Bitte.

Beschreibe Dich in drei Worten:

Groß, nerdig, herzerfrischend.

Hast Du ein absolutes Lieblingsbuch, wenn ja, welches ist das?

Jeffrey Eugenides – Middlesex.

Dein Lieblingszitat?

Non omnis moriar multaque pars mei vitabit Libitinam. (Horaz, Oden III 30)

Was liest Du derzeit?

Ich lese immer mehrere Bücher parallel. Derzeit: Aischylos – Perser auf Altgriechisch, weil ich mit meinem Professor einen Disput über die dort beschriebene Totenbeschwörung des Dareios hatte.
Houllebecq – Serotonin, weil ich selbst eine Meinung zu den Dingen haben möchte, die im Literaturbetrieb diskutiert werden.
Vor dem Schlafengehen lese ich meinem Mann zurzeit Daphnis und Chloe vor, einen antiken Liebesroman von Longos.
Zum Vergnügen lese ich aktuell Krimis, momentan Veit Heinichen. Daneben regelmäßig Spiegel, ZEIT und Datum, weil ich die abonniert habe und nicht wegschmeißen kann, ohne sie durchgearbeitet zu haben.

Wer mehr über Vea erfahren möchte, findet sie auf Facebook und Instagram. Außerdem schreibt sie auf ihrer Homepage einen Blog, der sehr lesenswert ist.
Sie startet bald ihre Lesetour und kommt natürlich auch nach Deutschland. Die Termine findet ihr hier: http://www.veakaiser.de/termine/

Fotos: (c) Daniel Biskup

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