MAMA-MiTTWOCH und die Festtage

FROHES FEST oder wie wir Eltern die Feiertage überstehen.
Ein letzter Mama-Mittwoch mit der ultimativen Anleitung für Weihnachten mit Kind und Kegel.

Drei volle Weihnachtsfeiertage mit Geschenkeflut und diversen familiären Zusammenkünften steht bevor.
Und obwohl ich ein großer Fan vom Weihnachtsfest bin und wir es, um Grey’s Anatomy zu zitieren, „unseren liebsten Feiertag“ nennen, konnte ich nicht umhin mich zu fragen, ob es nicht wesentlich weniger anstrengend laufen könnte?

Oft denke ich, dass wir einfach die Görls und die Koffer packen sollten und irgendwo hin wegfahren sollten.
Nur wir vier. Doch was ist dann mit einem Weihnachtsbaum? Der darf für die richtige Stimmung natürlich nicht fehlen. Was ist mit Plätzchen? Die brauche ich gerade an den Feiertagen, um mich dann hinterher auf der Waage wieder so richtig ärgern zu können.

Weihnachten mit Kind und Kegel
Was ist mit der Oma? Die gehören nun eigentlich beide zu unserem Feste dazu?
Und die Opas? Die natürlich auch. Was ist mit Gans oder Fondue? Was mit Krippenspiel und dem gemeinsamen Musizieren? Hhmm. Auf all das verzichten? Klingt irgendwie nicht so wirklich toll.
Also ist der Marathon, den wir, weil Patchwork-Familie, über die Feiertage, jedes Jahr aufs nNeue zurücklegen, nicht abzuschaffen.
In dem Moment als vor acht Jahren unser Gretlchen zur Welt kam, hatte plötzlich jeder in der Familie das Gefühl, er habe Anspruch die junge kleine Familie (also uns) auch bitte und gefälligst an den Feiertagen zu sehen.
Also starten wir meist am 23ten bei meinen Eltern. Diese haben eine schöne Tradition erfunden als ich noch klein war: alle Freunde kommen am 23ten zu Ihnen, müssen einen lustigen/schönen/schrägen Anhänger mitbringen und dann wird mit diesen und der Sammlung der vorigen Jahren, gemeinsam der Baum geschmückt.
Immer häufiger wurde dieses Zusammenkommen zu einem immer größeren Besäufnis um die Qualen der Familienfeiertage überstehen zu können. Gerade in den letzten zehn Jahren führte dies dann zu unglaublicher Katerstimmung am 24ten, was das Potential für Streitereien unglaublich senkte, da keiner mehr genug Kraft zum Diskutieren hatte.

Patchworkhopping
Seitdem die Görls nun größer werden, wird dieses Unterfangen gerade für Bobbi und mich immer schwieriger. Heilig Abend verbringen wir meist mit meinen Eltern, Schwiegermama, meiner Schwester, ihrem Mann und ihren beiden Kindern.
Dazu gehört das örtliche Krippenspiel, Plätzchen futtern, Turmblasen (nein, das ist nichts anstößiges) und – was mich zu Mama-Tränen rührt – Gretl mit Opa an der Geige. Gefolgt von viel Alkohol, Fleischfondue und einer unbeschreiblich lekkkeren Dobostorte (auch Buschubuschu-Torte genannt) von Oma Ata.
Am 25ten schwingen wir dann die Hufe nach Eppstein (37 Autominuten!), wo mein Schwager plus Familie und mein Schwiegervater hausen. Dieses Jahr gibts Wild und Wodka. Ich als T-Rex freue mich u.a. deshalb so auf die Feiertage, denn so viel Fleisch kriege ich sonst selten 🙂
Am späten Nachmittag machen wir uns wieder auf den Rückweg zu meinen Eltern ( 37 Autominuten!), wo es dann wieder Essen und Trinken gibt. Und jedes Jahr versuche ich es noch zur legendären JINGLE BELLS-Party.
Diese wird alljährlich am 25ten Dezember im altbekannten Schlosskeller gefeiert.
Im Schlepptau meine beste Freundin und viele viele bekannte Gesichter aus Schule, Studium, ehemaligen Arbeitsstellen, Nachbarschaft und alter Clique.
Natürlich darf die Anhäufung von Ex-Freunden nicht fehlen, was sich aber in meiner Situation gekonnt und vor allem mega cool 😉 regeln lässt; eine freundliche Küsschen-Küsschen-Begrüßung, ein kleines Schwätzchen über den renovierten Schlosskeller und dann lasse ich beiläufig etwas über mein Familiending fallen. Das verunsichert das Gegenüber (wenn sie noch keine Familie haben) – weil es ja ‚Abgelegte‘ sind – dann so sehr, dass ich sie mit einem lockeren Spruch aus diesem Gefühl befreien muss um mich dann, zuprostend wieder zu entfernen. Funktioniert todsicher!

Partyzeit ist Auszeit
Die Party ist immer eine kleine Auszeit vom Marathon und eine kleine Reise in die Vergangenheit, in die Zeit noch ohne Kinder, an die ich schon gern zurückdenke.
Denn obwohl ich am nächsten Morgen meist schlafen gelassen werde und erst nach 10hUhr (!) aufstehe, ist so ein Katerchen mit zwei süßen Quälgeistern nur schwer zu händeln.
Vor allem danke ich der Kosmetikindustrie, dass ich nach einer Dusche und einer viertel Stunde vorm Spiegel, wie aus dem Ei gepellt und bereit für die nächste Etappe auf dem Feiertags-Marathon bin.
Diese geht nach Mainz (20 Autominuten!) zur Schwester von Oma Ata. Da gibt es erneute Ansammlungen von Verwandschaft mit viel gebratenem Essen und fünf Kindern zwischen drei und zehn Jahren. Danach wieder zu uns (wieder 20 Autominuten!), Besuch vom Patenonkel und erneutes Öffnen einer Flasche steht auf dem Plan.
Jetzt wirds ruhiger.

Dieses Jahr ises ruhiger. Etwas Besuch von Freunden und ein paar familiäre Spaziergänge aber ein wesentlicher Punkt entfällt: die Vorbereitungen für Silvester. In den vergangenen Jahren haben wirs uns hart gegeben. Entweder eine große Runde mit Freunden oder sogar mal alle Kollegen des ehemaligen Schauspielensemble vom Landestheater Eisenach um ins neue Jahr zu rutschen. Doch dieses Jahr fliehen wir. Nicht vor Freunden oder Party, sondern vor Zuständigkeiten. Ein Hotel, ein Italiener, nur wir vier und der Silversterabend endet um 22:00 mit Sekt im Hotelbett.

„Ich hasse Silvester – da saufen auch die Amateure!“ Harald Junke

Nach fast zehn Jahren in dieser Art von Feiertagen bin ich mittlerweile Expertin. Eine Woche mit ca. 15 Stunden weihnachtlicher Feierei,  170 Autominuten (zu Eisenach-Zeiten waren es über 400) in unserem überquellenden Golf, gefühlten 5 Liter Alkohol pro Nase und jedes Mal mindestens zwei Kilos mehr auf der Waage, überstehe ich ziemlich erfolgreich, ohne große Krisen, die Feiertage.
Deshalb findet ihr hier meine HOW-TO-MANAGE-Anleitung für die Feiertage:

  1. Vergesst das Lieblings-Hörspiel der Kids nicht
 (Manchmal schlafen sie dabei sogar auf kurzer Strecke ein!)
  2.  Habt eine Zeitschrift für Oma bereit
 (so ist diese ebenfalls jederzeit beschäftigt!)
  3. Habt genug Alkohol in Reichweite
 (nur so lässt sich der Super-Gau Familie ertragen!)
  4. Trefft alte Freunde & verschwindet sooft ihr könnt
 (nur wer mal kurz geht, freut sich auf ein Wiedersehen!)
  5. Schenkt den Kindern direkt spielbares Spielzeug so wie Duplo, Puzzle oder iPod 
(so sind Sie für ein paar Minuten beschäftigt!)
  6. Kocht nichts sondern macht Fondue
 (ob Käse- oder Fleischfondue, man hat wenig vorzubereiten!)
  7. Diskutiert nicht mit euren Kindern übers Essen 
(sie fallen nicht vom Stengel wenn sie keine Pastete essen!)
  8. Habt in jedem/r Kleid/Hose Taschen 
(da gehören Gummibärchen & Pixiebücher rein!)
  9. Schlafe wenn das Baby schläft, auch wenn Baby schon längst keins mehr is… 
(in der Ruhe liegt die Kraft für die Familienidylle!)
  10. Erweitert eure Hausapotheke um Valium & Hustensaft
 (wer weiß für wen und wann es gut und nötig ist!?)

So, nun freue ich mich ganz aufrichtig auf das Weihnachtsfest und das Jahr 2019.
Ich glaube, gerade dieser virtuelle Platz hier und die neuen Aufgaben werden mir ganz viel Freude bereiten.
Vorsätze habe ich keine außer mehr Sport machen, 5 Kilo abnehmen, weniger am Handy daddeln, mehr schlafen, sparen, weniger rauchen, weniger trinken, meinen Kindern mehr vorlesen, die Fenster öfter putzen & stricken lernen.
Ich stehe nicht so auf das Ding mit den Vorsätzen! 😉

Habt es gut und seid lieb zueinander!
eure HELENE*

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